Am Montag, den 21.10.13 gibt es eine Veranstaltung in der Humboldt
Universität, Hegelbau, Dorotheenstraße 24, R. 1.405 (5. Stock) 18:00 Uhr
zusammen mit der Blockupy-Platform Berlin und verdi, wo wir einen
"einen Aktionsvorschlag diskutieren wollen, der in Kooperation von
Belegschaft, Gewerkschaft und Unterstützer*innen entwickelt worden ist:
Im November soll es in einigen Filialen des Berliner Einzelhandels eine
konzertierte Ansprech-Aktion, einen sogenannten „Blitz“ geben, bei dem
nicht gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz
angesprochen werden, um sie für die Tarifauseinandersetzung zu
sensibilisiert und für die nächsten Streik-Aktionen zu mobilisieren."
Einladungsflyer - Vorbereitung Aktionstag November
Einladungstext zur Veranstaltung am 21.10.2013 in der
Humboldt-Uni Berlin zur Unterstützung des geplanten Aktionstags im
Einzelhandelsstreik.
Die Arbeitgeber im Einzelhandel haben in einer
konzertierten Aktion bundesweit die sogenannten Mateltarifverträge
gekündigt und versuchen dadurch die Arbeitsbedingungen der ca. 3
Millionen Beschäftigen massiv zu verschlechtern. Eine Welle weiterer
Flexibilisierung und Prekarisierung wäre die Folge, falls sich die
Arbeitergeberseite durchsetzen kann.
Bereits jetzt sind die Arbeitsverhältnisse in dem Bereich alles
andere als gut. 2012 mussten 1,5 Milliarden Euro
HartzIV-Aufstockerleistung an Menschen gezahlt werden, die von ihrem
Lohn als Verkäufer_innen nicht leben können. Dauerbefristungen,
Knebelverträge mit wenigen garantierten Mindestarbeitsstunden sind schon
heute Alltag im Handel, wovon überdurchschnittlich viele Frauen
betroffen sind, die den Großteil der Beschäftigten ausmachen.
Seit Frühjahr 2013 wehren sich die Beschäftigten gegen die Angriffe
der
Arbeitgeber. So gab es bislang diverse Streiktage, Kundgebungen und auch
einige Flashmobs. Allerdings sind im Durchschnitt nur wenige
Beschäftigte
gewerkschaftlich organisiert und bei Streik-Aktionen hat die
rbeitgeberseite oft keine großen Probleme, kurzfristig flexibilisierte
Arbeitskräfte als Ersatz einzusetzen.
Am 21. Oktober wollen wir über die aktuelle Situation des
Arbeitskampfs im Einzelhandel informieren und darüber hinaus
Handlungsperspektiven aufzeigen. Wir wollen einen Aktionsvorschlag
diskutieren, der in Kooperation von Belegschaft, Gewerkschaft und
Unterstützer*innen entwickelt worden ist: Im November soll es in einigen
Filialen des Berliner Einzelhandels eine konzertierte Ansprech-Aktion,
einen sogenannten „Blitz“ geben, bei dem nicht gewerkschaftlich
organisierte Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz angesprochen werden, um
sie für die Tarifauseinandersetzung zu sensibilisiert und für die
nächsten Streik-Aktionen zu mobilisieren. Zu einer solchen Aktion gehört
vorbereitend ein Workshop, der auf die Gespräche mit den Beschäftigten
vorbereitet.
Für Unterstützer*innen bietet eine solche Aktion ein Möglichkeit, sich in
Kooperation mit organisierten Beschäftigten einzubringen.
Wir diskutieren mit:
Carla Dietrich (Ver.di Handel), Jan Richter (Betriebsratsvorsitzender einer H&M Filiale)
Petra Jentzsch (IG-Metal)
Unterstützer_in N.N.
Warum wird im Einzelhandel gestreikt?
In der Tarifrunde 2013 prallen die Gegensätze
aufeinander. Während ver.di für die Beschäftigten eine lineare Erhöhung
des Stundenlohns um 1 Euro fordert, wollen die Arbeitgeber eine massive
Lohnabsenkung durchsetzen und versuchen sogar den wohlmöglich bald
kommenden Mindestlohn von 8,50 Euro zu unterschreiten.
Die Situation im Einzelhandel
Die Arbeitgeber haben im Januar 2013 alle Tarif- und
Manteltarifverträge gekündigt und die Gewerkschaft forderte den
Mindestlohn von 8,50 €. Wir als Gewerkschafter wurden darüber auch
informiert, aber die Gewerkschaft dümpelte wieder, wie so oft, mit allem
nur rum. Der neue Manteltarifvertrag wurde zum 30.04.2013 und der
Endgeldtarifvertrag zum 30.06.2013 gekündigt. Unsere Arbeitsbedingungen
sind in der jetzigen Tarifauseinandersetzung sehr hart umstritten.
Was heisst das jetzt für uns. Der Faktor Arbeit soll per Tarif an einigen Stellen erheblich biliger gemacht werden.
Das will der Arbeitgeber unbedingt durchsetzen:
- Er möchte, dass die Kolleginnen, die mehr als die Hälfte ihrer
Arbeitszeit Ware verräumen zukünftig nur noch 8,50€ im Westen und 8.24 €
im Osten je Stunde verdienen, d.h. Vollzeitbeschäftigte(160 h im Monat)
haben dann nur noch ein Brutto von 1360,00 € und die 80 Stundenkraft
hätte nur noch 680,00 €.
- Zuschläge für die Verräumenden und auch alle anderen KollegInnen soll es nicht mehr geben.
- KassiererInnen will der Arbeitgeber die 4 % Kassenzulage zukünftig nicht mehr zahlen.
- Die Arbeitszeitregelung soll noch flexibler werden, sprich du musst
immer abrufbereit sein und hast keine planbare Freizeit mehr,sprich
kürzere Ankündigungsfristen für Einsatzzeiten.
- Kein gleiches Urlaubsgeld in Ost und West, dass heisst der Kollege
im Osten soll auch weiterhin auf 377, 00 € im Monat verzichten.
- Angebot des Arbeitgebers für eine Lohnerhöhung: 3 Monate 2,5 % ,
aber nur wenn wir auf die vorhergehenden Verschlechterungsvorstellungen
eingehen.
Ver.di fordert alles so belassen wie bisher und fordert stattdessen 1 Euro mehr die Stunde für Jeden!
Aktuelle Berichte zu Streiks und Aktionen finden sich im Blog der Berliner Einzelhandelsbeschäftigten
netzwerkit.de