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Montag, 13. Januar 2014

"It's our turn. General strike!"

Es ist an der Reihe, einen Generalstreik zu führen!
Nach den brutalen Angriffen der Polizei gegen hunderte Gewerkschafter während des Streiks der koreanischen Eisenbahnern gegen die Privatisierungspläne der Regierung, ruft Gewerkschaftsverband KCTU in Südkorea zum Generalstreik und Sturz der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye auf! Starke Gewerkschaften ... kämpfen!


Freitag, 10. Januar 2014

Kein Streik für bunte Lutscher!

Nach dem Willen der obersten GDL Funktionäre, wird es nichts, noch nicht einmal für uns 20'000 Lokführer bei der Deutschen Bahn AG, aus einem Zukunftstarifvertrag. Damit es nun keine Luftnummer wird, fordern die höchsten Stellen in der GDL eine Versicherung für die Lokführer. Ok, eine finanzielle Absicherung für eine mögliche Untauglichkeit nach Suiziden ist immer gut. Jeden Tag springen jedoch mehr Lokführer über die Klinge des Arbeitgebers, weil sie die zunehmende Arbeitsverdichtung körperlich und geistig nicht mehr ver­kraften können, als dass es hauptsächlich Suizide sind die uns vom Führerstand werfen.

Dem Drohruf nach Streik, falls die DB Manager den GDL Funktionären ihre Versicherung nicht zugestehen, um ihr Gesicht zu wahren, folgen nun erste tatsächliche Streikvorbereitungen für die Amtsinhaber der GDL. Nicht aber für die Mitglieder vor Ort. Sie bekommen noch immer nur zögerliche Informationen, zumeist nur aus den Medien. Aus den wenigen inhaltlichen Zeilen kann herausgelesen werden, was es denn eigentlich mit dieser Lizenzschutzversicherung auf sich hat. Doch waren die Streikdrohungen zuvor gar nicht so gemeint, nur heiße Luft, um die Mitglieder zu beruhigen und um das Management für seine Forderungen zu “begeistern“?

Zu lesen ist nun zwischen den Zeilen der GDL, dass die Forderungen nach einem Zukunftstarifvertrag von den GDL Verhandlungsführern fallengelassen wurden, da sie in das tarifliche Hoheitsgebiet der EVG hinein reichen würden. Dazu brauchte es fast 3 Jahre Verhandlungen, Verhandlungsabbrüche, neuerliche Verhandlungen, das Scheitern von Verhandlungen, einen neuerlichen Beschluss der Generalversammlung im Mai 2013, um dann nach einem wochenlangen Schlichtungsverfahren nun das Scheitern des Zukunftstarifvertrages zu verkünden. 

Damit dieses gewerkschaftspolitische Trauerspiel nicht zu einem Desaster für die GDL führt, steht nun die Streikdrohung für eine Versicherung im Raum. Ohne, dass diese Versicherung die Forderungen nach einem um­fänglichen und wirkungsvollen Schutz vor den unzähligen Ausschreibungen im Regional- und Nahverkehr beinhaltet. Oder wurde selbst der unvollkommene Betreiberwechseltarifvertrag von der GDL bereits ins Engli­sche, Japanische, Chinesische und Französische übersetzt, um ihn mit all den heute bereits bekannten und unbe­kannten globalen Unternehmenskonsortien abzuschließen? Was ist mit den Lokführern beim Verlust von Leis­tungen im Güter- und Fernverkehr, wenn diese von anderen Unternehmen oder Unternehmen der DB von ande­ren Orten aus gefahren werden. Was ist mit all den Lokführern, die den zunehmenden Arbeitsstress nicht mehr standhalten können? Die so vom Management aussortiert werden, wenn sie deren Vorgaben nicht mehr erfüllen.

Es waren und sind noch immer die Forderungen der GDL Mitglieder nach einem umfänglich wirkenden Zu­kunftstarifvertrag, die nun von der GDL zu Gunsten einer halbherzigen Versicherung zurückgezogen wurden. Sind mit der Politik der Interessenvertretung durch die Funktionäre, und den deren sich über Jahre hinweg hin­ziehenden Tarifverhandlungen, sind die Interessen der GDL Mitglieder nun ad Acta. Es sind nicht wir GDL Mitglieder die ihre Forderungen fallen gelassen haben. Wir kennen noch immer unsere Ziele, für die wir auch zu jeder Tages- und Nachtzeit streiten und streiken würden. Aber mal ehrlich, wer streikt schon für eine Versi­cherung? Diese Lächerlichkeit möchte sich wohl kaum ein Lokführer gegenüber den Reisenden aussetzen, um sich sagen zu lassen: “Versicherung, die bekommst Du bei der AXA oder Allianz“

So sollte sich jeder emanzipierte Lokführer jetzt nicht für einen bunten Lutscher die Butter vom Brot nehmen lassen. In Ortsgruppenversammlungen sollten es wir Mitglieder der GDL sein, die deutlich sagen wie unsere Forderungen aussehen und was wir von bunten Lutscher halten. Es geht letztendlich um die Zukunft von uns Lokführern und um die Zukunft unserer Gewerkschaft. Ein möglicher Streik der GDL sollte daher nicht boy­kottiert werden. Mit den in den Streikversammlungen definierten Forderungen sollte der Streik von uns Lokfüh­rern geführt werden. Wer kann seine Forderungen besser einfordern und durchsetzen, als wir selber.

Gerade wo mit den Medien, finanziert von den Konzernen und Unternehmen, die Lobbyisten in der Politik nur darauf warten die Rechte der Gewerkschaften durch einen zuvor selbst erzeugten “öffentlichen“ Druck einzu­schränken. Ein mutiger Schritt nach vorn wäre wohl der bessere Weg. Wie schon die Gewerkschaften BAU und jetzt auch die NGG, sollte der politische Streik in die Statuten aller Gewerkschaften aufgenommen werden. Diese Kraftprobe sollte gewagt werden, wenn es um die Einschränkung unser gewerkschaftlichen Rechte geht.

Wir haben die Wahl. Ziehen wir als betroffene Lokführer nun auch unsere Interessen und Forderungen für einen wirkungsvollen Schutz vor jeder Art der Untauglichkeit durch unsere Arbeit und den Schutz vor jeder Art des Arbeitsplatzverlustes in unserer Heimat und bei unseren Familien zurück, oder zeigen wir den Funktionären in unserer Gewerkschaft welche Forderungen wir an sie und an das Management der Deutschen Bahn AG haben?! Wir sollten nicht darüber streiten ob wir streiken werden, denn Gründe hat jeder von uns zu genüge, sondern wofür wir gemeinsam streiten und streiken wollen. Es sind unsere Gewerkschaften, nicht die der Funktionäre!


"Endlich kapiert!" schreibt der geschäftsführende Vorstand der GDL dazu:

Mittwoch, 8. Januar 2014

Arbeiter nehmen Chefs als Geiseln

In Amiens im Norden Frankreichs verhandelte die Gewerkschaft CGT auf die harte Tour. Die Arbeitnehmer setzten Manager in einer Reifenfabrik des US-Konzerns Goodyear fest. 

Personalchef Bernard Glesser (links) und Produktions-Manager Michel Dheilly - bewacht von einem Gewerkschaftsvertreter. Die Tür ist von einem großen Reifen versperrt.  
Einer der beiden Festgehaltenen, der Produktionsleiter Michel Dheilly, sagt auf einem AFP-Video: „Es ist manchmal angespannter, manchmal ruhiger, aber insgesamt läuft das hier ohne Bösartigkeit ab“.

Inzwischen sind sie wieder frei - allerdings erst nach dem Einschreiten der Polizei. Sie verließen am Nachmittag das Fabrikgebäude. Zwei Beamte hatten Minuten zuvor das Gebäude betreten, während ein Dutzend weiterer Polizisten draußen bereitstand.


Die Manager wurden rund 29 Stunden festgehalten. Arbeitnehmervertreter kündigten dafür aber eine Besetzung des Werkgeländes an. Es werde erst geräumt, wenn Goodyear höhere Abfindungen zahle, hieß es. Personalchef Bernard Glesser lehnte es ab, angesichts der Nötigung durch die Arbeiter eine Stellungnahme abzugeben. Die Schließung des Werks ist beschlossene Sache.

Die Gewerkschaft CGT kündigte an, das Werk zu besetzen, um Abschiedsprämien für entlassene Arbeiter zu erzwingen.
Positionspapier der cgt-goodyear-nord: "Angeklagt!" vom 06.01.2014


Montag, 6. Januar 2014

» Sabotage «

»Sabotage. The Conscious Withdrawal of The Workers' Industrial Efficiency« von Elizabeth Gurley Flynn wurde im April 1915 in Cleveland vom Publishing Bureau der I.W.W, veröffentlicht. Zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt von Mehmet Alatur und Klaus-Dieter Heu.



Den vollständigen Text findest Du hier:» Sabotage «

Donnerstag, 2. Januar 2014

Streikankündigung der GDL ... aber wofür?

Da spricht der GDL Bundes-Claus vom Ende, der zuvor freiwillig eingegangen, Friedenspflicht am 15.01.2014 bei der Deutschen Bahn AG, um dann für eine Lizenzschutzversicherung zu streiken. Doch kennt kaum ein Lokführer diese völlig neuen Forderungen der GDL Funktionäre.

Schon vor gut 3 Jahren ging es bei der GDL um einen Zukunftstarifvertrag, da u.a. mit dem Demografietarifvertrag der EVG nur der Kaffee von vor 10 Jahren wieder aufgewärmt wurde, der sich auch noch Beschäftigungssicherung nennt. Doch plötzlich und völlig unerwartet ziehen die GDL Verhandlungsführer im Dezember 2013, die von den Mitgliedern und Lokführern mitgetragenen Forderungen nach einem Zukunftstarifvertrag zurück und wollen mit dem DB Management nun eine Versicherung abschließen.

Getragen wird diese Forderung nach einer Versicherung wohl von kaum einen Lokführer, der sich zuvor mit den wirkungsvollen Forderungen des Zukunftstarifvertrages identifiziert hat. So ist die Streikankündigung der GDL auch nur eine der GDL Verhandlungsführer. Die tatsächlichen Forderungen der Lokführer, egal in welcher Sparte sie tätig sind, sind von der täglichen Realität der Arbeitsverdichtung getragen und sehen oft völlig anders aus, als es sich die GDL Funktionäre wünschen. Wie anders die Forderungen aussehen, das weiß jeder Lokführer für sich selbst am Besten.

So sollten genau diese Forderungen jedes einzelnen Lokführer auch die Grundlage dafür sein, um sich einem Streik der GDL anzuschließen. Die Forderung nach einer Lizenzschutzversicherung bleibt dabei jedoch allein die Forderung der Funktionäre der GDL. Die jeweiligen Forderungen der Lokführer für sich, werden keine so unterschiedlichen Forderungen sein, um dafür gemeinsam zu jeder Tages- und Nachtzeit in den Streik einzutreten. 
 
Es macht gerade in der Öffentlichkeit einen gewaltigen Unterschied, ob da Lokführer für ihre ganz eigenen Forderungen streiken, oder die GDL Verhandlungsführer, ohne Rückhalt in der eigenen Gewerkschaft, hinter den für ihre Mitglieder verschlossenen Türen mit dem DB Management um ihre Forderungen verhandeln. Vielleicht interessieren sich mit der Öffentlichkeit, auch die Funktionäre der GDL wieder für die tatsächlichen Forderungen der Lokführer. Letztendlich sind es die Lokführer selber die den Streik umsetzen werden.

Streik ja, aber für die Forderungen der Lokführer!